Welche Ergebnisse Auswirkungen auf den Leonidas haben.
Großereignisse sind immer schon für die Leonidas-Wahl der „Salzburger Nachrichten“ ein Wegweiser für die Erfolgreichen gewesen. Und Medaillen oder entsprechende Erfolge können natürlich die Basis für Löwen-Auszeichnungen sein. Natürlich. Was haben diesmal die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina für Erkenntnisse für den Salzburger Sport gebracht?
Was die Medaillenausbeute für den Salzburger Landesskiverband betrifft: Die Aktiven aus unserem Bundesland haben drei Medaillen geschafft. Der Super-Team-Goldene Jan Hörl hat laut unserem SN-Historiker Joachim Glaser die 60. olympische Medaille in der Geschichte des SLSV geschafft, mit Matěj Švancer (Bronze Freestyle Big Air) und Stefan Rettenegger (Bronze Teambewerb Kombinierer) folgten die Medaillen 61 und 62. Für den 27-jährigen Hörl war es nach Team-Gold in Peking 2022 bereits die zweite Medaille ganz oben – und, was das Feiern betrifft, hat der Leonidas-Sieger 2025 aus den Erfahrungen in China gelernt: „Heute weiß ich, dass es auch einen Tag danach gibt.“ Verteidigt der Pongauer seinen Titel?
Ein Dauergrinsen durfte Matěj Švancer, im Vorjahr der Bronzene beim Leonidas, nach einem der hochkarätigsten Freestyle-Wettkämpfe aufsetzen. Bronze entschädigte für den Totalausfall des damals erst 17-Jährigen vor vier Jahren bei den Spielen in Peking. Kein Wunder, dass der Pinzgauer 2026 meinte: „Ich habe noch nie so viele zache Tricks auf einen Haufen gesehen.“ Und: Der 21-Jährige zeigte zudem selbst Sprünge, die noch nie zuvor gezeigt worden waren. Švancer wäre vermutlich auch in Frankreich 2030 bei den nächsten Spielen ein Medaillen-Favorit.
Der nordische Kombinierer Stefan Rettenegger, der Leonidas-Rookie des Jahres 2021, konnte im Teambewerb mit dem Tiroler Johannes Lamparter die ersehnte Olympiamedaille bejubeln. Bronze war schwer erkämpft – trotz eines Sturzes gab der Pongauer nie auf. „Ich bin trotzdem ruhig geblieben und habe nicht zum Hudeln begonnen“, so Lamparter, der auch schon diese Saison im Weltcup aufzeigen konnte.
Auch abseits der Medaillen gab es in Italien Lichtblicke: Vor allem die zwei neunten Plätze von Biathletin Anna Andexer im Sprint und im Massenstart waren beachtlich. Bei Olympia die besten Karriereleistungen zu erzielen, zeugt von viel Potenzial. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich bin so stolz“, strahlte die Saalfeldnerin. Mit Rang neun hat sie das Olympia-Diplom der besten Acht knapp verpasst. Im Sprint sogar nur um 0,1 Sekunden.
Für Österreichs Parade-Langläuferin Teresa Stadlober wurde es am Schlusstag der Spiele nichts mit einer Medaille – Rang sechs war aber dennoch eine Weltklasseleistung. Die Saison ist für die Radstädterin ohnehin bisher sensationell verlaufen. Wie auch Rang zwei in der Gesamtwertung der Tour de Ski gezeigt hat.
Die alpinen Skisportlerinnen und Skisportler konnten bei den Spielen 2026 nicht aufzeigen. Stefan Brennsteiner, nach den bisherigen Leistungen im Weltcup als heißer Medaillentipp im Riesentorlauf gehandelt, wurde Achter. Sein erster Weltcupsieg überhaupt vergangenen November in Copper Mountain war dennoch beachtenswert. Mirjam Puchner enttäuschte mit den Plätzen elf (Abfahrt) und 14 (Team-Kombination). Der einst erfolgreichste Skiverband der Welt – der Salzburger Landesskiverband mit Skigiganten wie Marcel Hirscher oder Anna Veith – muss nun kleinere Brötchen backen.



SN Redaktion Sport
Richard Oberndorfer
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