Die Leonidas-Entscheidung: Wenn Sportlegenden zusammenkommen
Eine prominente Jury fällte die Leonidas-Entscheidung. Wie ging das vor sich?
Wenn eine große Gruppe von Sportlegenden und Experten in Salzburg zusammentrifft, dann ist es immer Zeit, die Leonidas-Wahl abzuschließen. So wie diese Woche im SN-Saal. Vorab wurden schon jene lang ersehnten Listen an die zehn Juroren verteilt, auf denen nach der Stimmabgabe der SN-Leserinnen und SN-Leser jene Namen aufgeführt sind, die in die Endwertung gekommen sind. Vergangen sind seit dem ersten Wertungstag am 11. Jänner doch einige Tage, die Ergebnisse wurden seit Mitte März des vergangenen Jahres – dem Tag nach der letzten Juryentscheidung – notiert.

©SN/Robert Ratzer
Die Jury und ihre Verantwortung
Das Motto für Marlies Raich, Judith Floimair, Hans-Peter Steinacher, Felix Gottwald, Thomas Stangassinger, Fritz Strobl, Otto Konrad, Walter Pfaller sowie ORF-Sportchef Christopher Pöhl und SN-Sportchef Richard Oberndorfer lautete wieder: „Die Besten aus früheren Zeiten ermitteln die Besten der Jetztzeit.“ Die Erkenntnis ist: Der Spitzensport im Sommer und Winter prägt dieses Land noch erheblich. Das ist nicht selbstverständlich in einer Zeit, in der es so viel Ungewissheit und Ablenkung – Stichwort Internet – gibt. Das weiß auch die Sportprominenz, es gibt aber auch Skepsis bezüglich der Zukunft: „Es ist heutzutage nicht mehr leicht, die Eltern zu überzeugen, ihre Kinder zum Spitzensport zu bewegen. Wenn ich daran denke, wie meine Mutter mich über Jahre zu den Tennisturnieren gefahren hat – das war schon unglaublich“, meint etwa die frühere Weltklassespielerin Judith Floimair.
Die Stimmung unter den Jurymitgliedern ist gut an diesem Montag, an dem es gilt, die Entscheidung in den vier Leonidas-Kategorien zu treffen. Es wird diskutiert und gescherzt, alle sind gut vorbereitet. Auch aktuelle Ereignisse sind ein Thema. Wie das Nations-League-Match der Österreicher in Belgrad, bei dem sich Torhüter Alexander Schlager einen schweren Patzer geleistet hat – auch er ist in die Top-Ten-Liste als Goalie von Vizemeister Red Bull Salzburg gekommen. „Fußball ist für Torhüter besonders gnadenlos. Wenn ein Goalie einen Fehler macht, dann ist es meistens ein Tor“ – einer wie Austria-Tormannlegende Otto Konrad weiß das.

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Die finale Entscheidung und die große Gala
Die Liste mit den drei am besten gereihten Rookies, den fünf Trainern sowie den zehn in die Endwertung gekommenen Sportlerinnen und Sportlern wird noch am Tag der Entscheidung genau analysiert und eingeordnet. Unklarheiten werden nach einführenden Worten von SN-Marketingleiter Christian Lassner noch geklärt – warum ein Nominierter nicht in die Endliste gekommen ist, warum etwa bestimmte Erfolge vor über einem Jahr noch in die Liste gekommen sind. Lassner erklärt: „Wer zu wenige Stimmen von SN-Abstimmern bekommen hat, hat kaum Chancen auf Berücksichtigung – außer die sportlichen Erfolge sind überragend. Und: Die Wertung für das Folgejahr beginnt schon am Tag nach dem Juryentscheid.“ Da nicken alle. Dann wird abgestimmt und die Wertungen zusammengezählt. Nach gut eineinhalb Stunden ist alles vorbei. Die Preisträgerinnen und Preisträger der Goldenen, Silbernen und Bronzenen Löwen stehen fest.
Schon vorher sind zwei Auszuzeichnende festgestanden: Der Preis für das Lebenswerk wird von den SN festgelegt, den Publikumspreis erhält jene Sportlerin/jener Sportler, die/der die meisten Stimmen bekommen hat. Alle Details folgen dann bei der glanzvollen Leonidas-Gala am 3. April im Terminal 2 des Salzburg Airport.
Eines sei schon verraten: Die Besetzung lässt die Vorfreude unter allen Verantwortlichen in die Höhe schnellen. Für die Jury ist es damit auch irgendwie eine Belohnung für ihren Einsatz und ihre Funktion als Kontrollorgan. Wenn nicht gerade der Leonidas selbst mit Argusaugen wacht.

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Richard Oberndorfer
SN Redakteur Sport
Titelfoto ©SN/Robert Ratzer